Ausgabe KW 6/2026 – Dienstag, 4. Februar 2026

In Mittelfranken stahlen Banden bis zu 80 Kilometer Kupferkabel aus einzelnen Solarparks – jetzt müssen auch Hausbesitzer mit PV-Anlagen aufpassen.
Seit November 2025 trieben Kabeldiebe in mittelfränkischen Solarparks ihr Unwesen. Sechs rumänische Männer zwischen 23 und 37 Jahren sitzen jetzt in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: schwerer Bandendiebstahl.
Die Täter hatten es auf die wertvollen Kupferkabel in den Photovoltaik-Anlagen abgesehen. In einzelnen Solarparks stahlen sie bis zu 80 Kilometer Stringkabel – das sind die Verbindungsleitungen zwischen den Modulen und dem Wechselrichter.
Der Gesamtschaden liegt laut Polizei im hohen sechsstelligen Bereich. Für die betroffenen Betreiber bedeutet das nicht nur finanzielle Verluste durch den Diebstahl selbst, sondern auch wochenlange Produktionsausfälle.
Die Kriminalpolizei Nürnberg nahm die Verdächtigen Ende Januar fest. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt wurden alle sechs dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Lampertheim vorgeführt. Sie sitzen nun in verschiedenen Justizvollzugsanstalten.
Auch wenn es bisher vor allem Großanlagen trifft: Kupfer ist wertvoll, und Diebe schrecken nicht vor Privathaushalten zurück. Die Stringkabel Ihrer Dach-PV-Anlage enthalten ebenfalls Kupfer – wenn auch in deutlich kleineren Mengen als in Solarparks.
Experten raten: Achten Sie auf verdächtige Aktivitäten rund um Ihr Haus, besonders nachts. Moderne Alarmanlagen mit Bewegungsmeldern können abschrecken. Bei größeren Dachanlagen lohnt sich eine Videoüberwachung der Zugangswege.
Prüfen Sie Ihre Wohngebäudeversicherung: Ist Ihre PV-Anlage gegen Diebstahl versichert? Viele Policen decken nur fest verbaute Komponenten wie Module ab, nicht aber Kabel oder Wechselrichter. Hier kann eine spezielle PV-Versicherung sinnvoll sein.
Ein weiterer Tipp: Dokumentieren Sie Ihre Anlage mit Fotos und notieren Sie Seriennummern aller Komponenten. Das erleichtert im Schadensfall die Abwicklung mit der Versicherung erheblich.
Quellen: [1]

Nach dem Berliner Stromausfall sorgen sich viele um die Sicherheit von Wärmepumpen mit brennbarem Kältemittel. Eine neue Studie bringt Klarheit.
Prof. Dr.-Ing. Michael Schaub von der Hochschule Coburg hat 37 aktuelle Luft-Wasser-Wärmepumpen aus der BAFA-Liste unter die Lupe genommen. Sein Fokus: Wie gut sind die Geräte gegen Propan-Lecks geschützt?
Das Ergebnis überrascht positiv: Rund 70 Prozent der untersuchten Wärmepumpen bieten gute bis sehr gute Schutzmechanismen. Diese verhindern, dass das brennbare Kältemittel R290 (Propan) bei einem Defekt ins Gebäudeinnere gelangen kann.
Allerdings gibt es auch schwarze Schafe: Zwei Geräte deutscher Markenhersteller verfügen über keinerlei Schutzvorrichtung. Welche Hersteller das sind, verrät die Studie nicht – ein Ärgernis für Verbraucher.
Die meisten modernen Propan-Wärmepumpen sind mit Sicherheitsbauteilen ausgestattet: Leckagesensoren, automatische Abschaltventile oder Kombinationen aus mehreren Systemen sorgen dafür, dass im Notfall nichts passiert.
Wenn Sie eine neue Wärmepumpe kaufen, fragen Sie gezielt nach den Sicherheitsvorkehrungen gegen Kältemittellecks. Lassen Sie sich vom Installateur die verbauten Schutzsysteme genau erklären.
Propan ist zwar brennbar, aber in modernen Wärmepumpen nur in geringen Mengen enthalten – meist zwischen 500 und 2.000 Gramm. Zum Vergleich: Eine Campinggas-Flasche enthält 5.000 bis 11.000 Gramm.
Trotzdem gilt: Sicherheit geht vor. Achten Sie beim Kauf auf Geräte mit zertifizierten Schutzsystemen. Die paar hundert Euro Aufpreis sind gut investiert – für Ihre Sicherheit und die Ihrer Familie.
Quellen: [8]

Förderung wird einfacher: Bund plant nur noch zwei Programme statt vieler – eins für Neubau, eins für Sanierung. Weniger Bürokratie, besserer Überblick. Start noch 2026. [3]
Gewerbespeicher von SMA: Neues „Storage XL Package" mit 89 bis 197 kWh für Firmen. Marktstart im zweiten Quartal 2026. Auch für größere Gewerbebetriebe interessant. [4]
Direktvermarktung bremst Ausbau: Fraunhofer ISE warnt – wenn kleine PV-Anlagen unter 30 kW in Direktvermarktung müssen, werden Anlagen künftig kleiner gebaut. [13]
Wasserstoff-Tankstellen für Lkw: Bund stellt 220 Millionen Euro bereit. Bis zu 40 Tankstellen und 400 H2-Lkw werden gefördert. Schwerlastverkehr wird grüner. [17]
NRW knackt 2-Gigawatt-Marke: Trotz Rückgang schaffte Nordrhein-Westfalen 2025 zwei Gigawatt PV-Zubau. LEE NRW fordert mehr Tempo bei Freiflächenanlagen. [18]
Batteriespeicher-Betreiber unzufrieden: Twaice-Umfrage zeigt – viele Großspeicher-Betreiber kämpfen mit Problemen bei Verfügbarkeit und Datenzugang. [6]
Natrium-Ionen-Speicher kommt: Forschungsprojekt M5Bat wird um 1,5 MWh erweitert. Größter Natrium-Ionen-Speicher Deutschlands – Alternative zu Lithium. [15]
Bidirektionales Laden im Test: Forschungsprojekt sucht Pilotkunden mit BMW iX3. E-Auto als Hausspeicher nutzen – Vehicle-to-Grid wird erprobt. [14]

Gluckernde Heizkörper sind nicht nur nervig – sie kosten Sie richtig Geld. Wenn sich Luft im Heizsystem sammelt, kann das Wasser nicht mehr richtig zirkulieren. Die Folge: Der Heizkörper wird nicht mehr vollständig warm, obwohl die Heizung auf Hochtouren läuft.
So gehen Sie vor: Kaufen Sie einen Entlüftungsschlüssel für etwa 2 Euro im Baumarkt. Schalten Sie die Umwälzpumpe der Heizung ab und warten Sie 30 Minuten. Halten Sie ein Gefäß unter das Entlüftungsventil am Heizkörper (meist oben seitlich) und öffnen Sie es vorsichtig mit dem Schlüssel gegen den Uhrzeigersinn. Erst kommt Luft, dann Wasser – sobald Wasser kommt, sofort zudrehen.
Das bringt's: Laut Verbraucherzentrale senken Sie Ihren Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent. Bei einem Einfamilienhaus mit Gasheizung sind das rund 150 bis 200 Euro pro Jahr. Die Investition von 2 Euro rechnet sich also bereits nach einem Tag. Entlüften Sie am besten alle Heizkörper einmal jährlich vor Beginn der Heizsaison.
Heizungsförderung: Die KfW fördert weiterhin Wärmepumpen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Zuschüsse gibt es für den Heizungstausch, genaue Konditionen ändern sich jedoch häufig. Prüfen Sie vor Beauftragung die aktuellen Bedingungen auf kfw.de.
Wohnungsbau-Reform: Der Bund plant noch 2026 eine Verschlankung der Förderprogramme auf zwei Hauptprogramme – Neubau und Bestand/Modernisierung. Das soll Antragstellern den Überblick erleichtern und Bürokratie abbauen.
PV-Förderung: Diskussionen über verpflichtende Direktvermarktung für kleine Dachanlagen unter 30 kW laufen. Noch ist unklar, ob und wann diese Änderung kommt. Aktuell gilt weiterhin die EEG-Einspeisevergütung.
Stand: 2026-02-04