Das Einfamilienhaus von Familie Richter in Rheda-Wiedenbrück ist 30 Jahre alt – und bereit für ein energieeffizientes Update. Doch statt auf teure Fachfirmen zu warten (und zu zahlen), nahm Papa Franz, ein handwerklich begabter Heimwerker, das Sanieren selbst in die Hand. In vier Teilprojekten verwandelte er das alte Haus in ein regelrechtes Effizienz-Wunder. Mit dabei: Wärmedämmung, Rohrisolierung und sogar die Montage einer Photovoltaikanlage. Und das Beste: Für viele Materialien gab es bis zu 30 % staatliche Zuschüsse – obwohl Franz selbst Hand anlegte. Klingt spannend? Wir zeigen dir, wie es geht!
Seit 2023 gibt es gute Nachrichten für DIY-Fans: Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, können auch eigene Sanierungsmaßnahmen gefördert werden. Wichtig: Die Arbeitszeit wird nicht bezahlt, aber du bekommst einen Zuschuss zu den Materialkosten, z. B. Dämmstoffe oder PV-Module. Franz nutzte diese Chance clever für folgende Maßnahmen:
Fast alle Arbeiten waren förderfähig – vorausgesetzt, sie erfüllten die technischen Anforderungen. Und genau da kommt der zertifizierte Energieberater ins Spiel. Mehr dazu gleich.
Für Hausbesitzer, die 2025 sanieren wollen, sind vor allem diese Programme attraktiv:
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Einzelmaßnahmen an Haus und Technik (z. B. Dämmen, Heizung), auch in Eigenleistung – aber nur die Materialkosten.
• 15 % Grundzuschuss
• +5 % iSFP-Bonus, wenn die Maßnahme im individuellen Sanierungsfahrplan steht
• Eigenleistung muss korrekt geplant, dokumentiert und vom Energieberater bestätigt werden
• Maximal 30.000 € pro Jahr förderfähige Kosten je Wohneinheit (mit iSFP-Bonus bis zu 60.000 € möglich)
20 % der Kosten über drei Jahre von der Steuerschuld abziehen – das klingt super, ist aber an folgende Bedingungen gebunden:
• Nur möglich, wenn die Arbeiten von einem Fachbetrieb ausgeführt und bestätigt wurden
• Eigenleistungen sind ausgeschlossen, da keine Handwerkerrechnung vorliegt
• PV-Anlagen sind nicht enthalten (nur energetische Maßnahmen wie Dämmen, Heizungstausch)
Nordrhein-Westfalen fördert in seinem Programm progres.NRW den Ausbau erneuerbarer Energien:
• 300 € pro kWp PV-Anlage (bis 10 kWp), z. B. 1.500 € bei 5.000 Watt Leistung
• 250 € pro kWh Batteriespeicher
• Wichtig: Antragstellung VOR dem Kauf, Gelder oft früh im Jahr aufgebraucht
Manche Städte und Kreise bieten Extra-Zuschüsse oder kostenlose Beratung. In Rheda-Wiedenbrück war das Programm „Aktiv für Klimaschutz“ temporär gestoppt – kann aber wieder aktiviert werden. Tipp: Immer bei der Stadt oder dem Kreis nachfragen.
Wussten Sie? Rund 8 % der Heizwärme entweichen durch ungedämmte Dachböden!
Franz verlegte auf rund 130 m² Dachboden zwei Lagen Mineralwolle-Dämmplatten à 100 mm dick. In Laufbereichen legte er Gehwegplatten. Grobe Anleitung:
Materialkosten: ~3.000 €
Förderung (BEG): ~450–600 €
Ersparnis durch DIY: ca. 1.500 € gegenüber Handwerker
Im zweischaligen Mauerwerk lies Franz Mineralwollflocken in den ~6 cm breiten Zwischenraum einblasen. Dafür wurden Löcher in die Fassade gebohrt und per Einblasmaschine gefüllt.
Fläche: ~160 m² Mauerwerk
Materialkosten: ~2.800 €
Förderung: ~500–600 €
Ersparnis: ~700 €, da Handwerker sonst ~3.500 € verlangt hätten
Franz isolierte 25 m ungedämmte Heizungs- und Warmwasserleitungen im Keller mit PUR-Halbschalen und flexiblen Kautschuk-Schläuchen. Material: ~6 € / Meter.
Gesamtkosten: ~150 €
Einsparung: ~125 € / Jahr an Heizkosten
Amortisation: unter 1,5 Jahren
Zuschuss möglich: bis 30 % – aber erst ab 300 € Mindestinvestition (für Franz daher unwirtschaftlich)
Franz montierte die PV-Anlage mit seinem Schwager selbst: Dachhaken, Schienen und Solarmodule (5 kWp) – nur der Anschluss ans Stromnetz wurde vom Elektriker gemacht.
Investition: ~7.000 € (Material dank 0 % MwSt.)
Ersparnis durch Eigenleistung: ~3.000 €
Förderung von progres.NRW (wenn verfügbar): ~1.500 €
Aufbauzeit: ~4 Tage (an zwei Wochenenden)
Bei aller „Selber-Macherei“ war eine Person unersetzbar: der Energie-Effizienz-Experte (zertifizierter Energieberater). Familie Richter holte ihn früh ins Boot für:
Die Beratungskosten wurden ebenfalls mit bis zu 50 % bezuschusst.
Mit Geduld, handwerklichem Geschick und einem guten Energieberater hat Franz über 5.000 € Handwerkerkosten gespart und weitere 2.000–3.000 € Förderung erhalten. Und das Beste:
Das Projekt inspiriert nun sogar die Nachbarn: „Wenn der Franz das kann, dann kriegen wir das auch hin!“
Den ausführlichen Bericht über das Projekt findet man hier https://ak-energyconsulting.de/praxisbericht-eigenleistung/