Erläuterungen
So funktioniert der Heizlastrechner
Unser Rechner ermittelt die Heizlast Ihres Gebäudes nicht aus pauschalen Richtwerten, sondern aus Ihrem tatsächlichen Gasverbrauch und den echten Wetterdaten Ihrer Region. Das Ergebnis ist deutlich genauer als eine Schätzung nach Baujahr und Wohnfläche allein.
Die Berechnung in 5 Schritten
1. Wetterstation finden: Anhand Ihrer Postleitzahl wird automatisch die nächstgelegene Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bestimmt – aus über 1.500 Stationen deutschlandweit.
2. Temperaturen abrufen: Für Ihren Abrechnungszeitraum werden die tatsächlichen Tagestemperaturen dieser Station geladen. So wissen wir genau, wie kalt es bei Ihnen wirklich war.
3. Warmwasser herausrechnen: Nicht Ihr gesamter Gasverbrauch fließt in die Heizung – ein Teil geht für Warmwasser drauf. Der Rechner trennt beides voneinander, damit nur die reine Heizenergie in die Berechnung eingeht.
4. Wärmeverlust bestimmen: Aus dem Verhältnis von Heizenergie und Außentemperatur ergibt sich, wie viel Wärme Ihr Gebäude pro Grad Temperaturunterschied verliert – der sogenannte Wärmeverlustkennwert.
5. Heizlast hochrechnen: Mit diesem Kennwert wird berechnet, welche Heizleistung am kältesten Tag des Jahres (der sogenannten Norm-Außentemperatur Ihres Standorts) benötigt wird. Das ist Ihre Heizlast.
Woher stammen die Daten?
Alle verwendeten Wetterdaten kommen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) und werden über die offene Schnittstelle Bright Sky bereitgestellt. Die Norm-Außentemperaturen basieren auf der DIN/TS 12831 – dem anerkannten Standard für Heizlastberechnungen in Deutschland.
Die Zuordnung Ihrer Postleitzahl zur nächsten Wetterstation erfolgt über 8.298 hinterlegte PLZ-Koordinaten. So ist sichergestellt, dass die Wetterdaten tatsächlich zu Ihrem Standort passen.
Was zeigt das Ergebnis?
- Heizlast in kW – Die benötigte Heizleistung am kältesten Tag
- Spezifische Heizlast in W/m² – Ihr Wert pro Quadratmeter, vergleichbar mit anderen Gebäuden
- Wärmepumpen-Empfehlung – Welche Leistung eine Wärmepumpe für Ihr Gebäude haben sollte
- Vergleich mit Richtwerten – Wie Ihr gemessener Wert im Vergleich zum typischen Wert Ihres Baujahrs steht
- Sensitivitätsanalyse – Bandbreite des Ergebnisses bei verschiedenen Annahmen, damit Sie die Genauigkeit einschätzen können
- Berechnungsweg – Alle Zwischenschritte transparent zum Nachvollziehen
Warum ist das besser als eine Pauschalschätzung?
Herkömmliche Faustformeln schätzen die Heizlast nur nach Baujahr und Wohnfläche. Ein Haus Baujahr 1975 könnte demnach 100–130 W/m² haben. Aber: Wurde das Dach gedämmt? Sind neue Fenster eingebaut? Hat das Gebäude eine kompakte oder verwinkelte Form?
All das steckt bereits in Ihrem tatsächlichen Gasverbrauch. Zusammen mit den echten Außentemperaturen ergibt sich ein Bild, das den realen energetischen Zustand Ihres Gebäudes widerspiegelt – einschließlich aller bereits durchgeführten Sanierungen.
Was können Sie mit dem Ergebnis anfangen?
- Wärmepumpe richtig dimensionieren – Eine zu große Wärmepumpe ist unwirtschaftlich, eine zu kleine schafft die Kältetage nicht. Mit der berechneten Heizlast treffen Sie die richtige Wahl.
- Sanierungseffekte einschätzen – Vergleichen Sie die Heizlast vor und nach einer Dämmmaßnahme, indem Sie den Verbrauch beider Zeiträume eingeben.
- Energieberater-Gespräch vorbereiten – Kommen Sie mit konkreten Zahlen statt mit Schätzungen ins Beratungsgespräch.
- Heizsystem vergleichen – Die Heizlast ist die Grundlage für jede Wirtschaftlichkeitsberechnung, egal ob Wärmepumpe, Pellets oder Fernwärme.
Hinweis: Dieses Tool liefert eine fundierte Abschätzung auf Basis realer Daten. Für eine normgerechte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 (raumweise, mit U-Werten und Lüftungsverlusten) wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Energieberater. Gerne unterstützen wir Sie dabei – nehmen Sie Kontakt auf.
